Zurück
Projektziele
Vor dem Projektstart einigten sich die Verbundpartner auf ein gemeinsames übergeordnetes Ziel:
Es ging darum, die innerhalb der Euregios Rhein-Waal, rhein-maas-nord und Gronau
bestehenden überbetrieblichen Qualitäts- und Gesundheitsmanagementsysteme in der Schweinefleischerzeugung zu verbessern und die ihnen zugrunde liegenden Konzepte zu harmonisieren. Den Zielgruppen zu ermöglichen, die Aufgaben im Bereich Qualitätsmanagement besser erfüllen zu können, stand dabei im Vordergrund.
Da das größte Verbesserungspotenzial in der überbetrieblichen Zusammenarbeit im Bereich des Produktionsabschnittes Ferkelerzeugung bis zur Weiterverarbeitung liegt, wurde dort der Schwerpunkt der Hauptaktivitäten festgelegt.
Anlass und Problemstellung
Kunden-Lieferanten-Beziehungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind bekanntlich sehr komplex und heterogen. Krisenzeiten insbesondere in der Fleischwirtschaft haben immer wieder deutlich gezeigt, dass Wertschöpfungsketten rasch und effizient reagieren können, wenn tragfähige Kooperationen über die verschiedenen Produktionsstufen hinweg bestehen. Dies gilt nicht nur für die produzierenden Unternehmen, sondern auch für die privaten und staatlichen Akteure im Qualitätswesen entlang der Produktionskette bis zum Handel.
Vor mehr als fünf Jahren wurde die Idee geboren, ein internationales Verbundvorhaben zum Thema Qualitätsmanagement in der Fleischwirtschaft anzustoßen. Aus der Idee entstand das erste grenzüberschreitende EU Interreg IIIA Projekt zum aktiven Verbraucherschutz.
Der Projektstart fiel für die europäische Fleischwirtschaft in eine sehr turbulente Krisenzeit. Die Jahre waren geprägt durch den Beginn gravierender Veränderungen der EU Gesetzgebung
und die damit verbundene neue Verantwortung für Unternehmen und Behörden. Das Vorsorgeprinzip wurde für alle Stufen der Wertschöpfungskette festgeschrieben und bedeutet für die Unternehmen, Eigenkontroll-Systeme nach HACCPGrundsätzen nachzuweisen, die Dokumentationspflicht zu erfüllen, sowie die Nutzung von Informationen aus der Lebensmittelkette für Entscheidungsunterstützung und Rückverfolgbarkeit sicher zu stellen. Darüber hinaus einigten sich die Wirtschaftspartner in den letzten Jahren auf nationaler und internationaler Ebene auf einen umfangreichen Katalog von Vereinbarungen, der den meisten Prüfsiegelprogrammen (QS, IKB u.a.) sowie Audit-Standards (z.B. IFS) zugrunde liegt.
Mit dem neuen EU-Recht wurde ein europaweit einheitlicher Rechtsrahmen für die Lebensmittelerzeugung geschaffen. Er gibt Leitlinien für Lebensmittelsicherheit und -qualität vor, lässt den Verantwortlichen jedoch mehr Spielraum in der konkreten Umsetzung ihrer Eigenkontrollmaßnahmen. Um diesen Spielraum gleichzeitig als Chance zur Verbesserung der Produktions- und Geschäftsabläufe zu nutzen, benötigen Unternehmen organisatorische, technische und fachliche Unterstützung.
Dabei gilt es allerdings, eine Vielzahl von Barrieren zu überwinden:
- Unternehmensgrenzen, da QM-Systeme oft nur einzelbetrieblich ausgerichtet sind,
- Grenzen im Kompetenz- und Verantwortungsbereich der Akteure der Wertschöpfungsketten,
- Landesgrenzen, geprägt durch unterschiedliche Sprache, Produktionsbedingungen, Qualitäts- und Informationsstandards,
- Grenzen bei der Organisation unternehmensübergreifender Informationssysteme.
Innerhalb der deutsch-niederländischen Grenzregion stellt die Schweinefleischerzeugung beiderseits der Grenze einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. In keiner anderen Region Europas hat man sich als Zulieferketten des Handels in den letzten Jahren so stark um die Qualitätsführerschaft bemüht wie hier. Die gute Marktposition versuchten die in den Euregios ansässigen Unternehmen durch strategische Allianzen mit Partnern beiderseits der Grenze, auch im Forschungs- und Entwicklungsbereich, zu halten oder weiter auszubauen. Dies war einer der wichtigsten Motivationsgründe für den Start des grenzüberschreitenden Projekts „GIQS in der Fleischerzeugung“.
Zurück